Was kostet die Kartenzahlung?

„Zahlen Sie bar oder mit Karte?“ In immer mehr Fällen lautet die Antwort „Mit Karte“ und anschließend wird die EC- oder Kreditkarte gezückt. Wie überall kostet natürlich auch der Service der Kartenzahlung Geld. Wie viel das ist und wer für die Kosten aufkommt, erzähle ich nachfolgend.

Wieso kostet die Kartenzahlung Gebühren?

Da läuft im Hintergrund natürlich eine riesige Maschinerie. Das Kartenterminal kostet etwas und vor allem die Übertragung des bezahlten Geldes von A nach B, nämlich vom Konto des Käufers auf das Konto des Händlers, muss als Dienstleistung auch bezahlt werden.

Kosten Kartenzahlung

Dazu kommen die privaten Kreditkartenfirmen, die an jedem Bezahlvorgang mit Kreditkarten partizipieren möchten und noch einige weitere Dienstleister. All diese Summen müssen bezahlt werden.

Was kostet die Kartenzahlung für den Händler?

Anmerkung vorweg: Ich spreche im Folgenden immer vom „Händler“. Damit gemeint ist jeder, der in seinem Geschäft, seinem Restaurant, seiner Arztpraxis oder wo auch immer Kartenzahlungen anbietet und dafür ein entsprechendes Lesegerät angeschafft hat.

Kurz gesagt: Je mehr Umsatz der Händler über Karten macht, desto teurer wird es für ihn, denn die meisten Kosten sind variable Kosten, die von der Kaufsumme abhängen. Aber es gibt auch ein paar Fixkosten.

Die Fixkosten im Detail:

  • Kartenlesegerät: Normalerweise mietet der Händler das Lesegerät. Hierfür fallen monatliche Gebühren an. Rudimentäre Lesegeräte kosten zwischen 6 und 12 Euro pro Monat, die besseren Geräte, die z.B. WLAN können oder mit einer SIM-Karte ausgestattet sind, liegen in der Regel zwischen 10 und 25 Euro monatlich.
  • Servicegebühr: Hiermit lässt sich der Payment-Dienstleister Serviceangebote wie z.B. die Techniker-Hotline oder den kostenfreien Austausch eines defekten Kartenlesegeräts bezahlen. Bei manchen Anbietern ist diese Gebühr nicht extra ausgewiesen, sondern direkt in den (dann entsprechend höheren) Mietpreis des Lesegeräts eingerechnet. Mit 6 Euro Kosten pro Monat sollte man hierbei immer rechnen.

Darüber hinaus kann es weitere Fixkosten geben, z.B. für bestimmte Zusatzservices wie die Annahme von kontaktlosen EC- oder Handyzahlungen. Das ist aber immer sehr individuell unterschiedlich bei den Anbietern.

Die variablen Kosten der Kartenzahlung im Detail:

  • Transaktionen: Gemeint ist der Bezahlvorgang an sich. Eine Transaktion ist z.B. eine Zahlung mit einer EC- oder Kreditkarte, aber auch der Kassenschnitt, mit dem alle Zahlvorgänge des Tages an die Bank geschickt wird, damit die Gelder von den Konten der Kunden eingesammelt werden. Die Kosten hierfür liegen bei ca. 9-15 Cent, wenn der Händler nur wenige Transaktionen tätigt und können bis auf ca. 7 Cent runtergehen, wenn viele Transaktionen über das Kartenlesegerät laufen.
  • EC-Cash Gebühr: Bei jedem Bezahlvorgang mit einer EC-Karte fallen Kosten an, die anhand des Betrags der Kartenzahlung berechnet werden. Das sind normalerweise 0,22-0,3% vom Umsatz.
  • Kreditkarten-Disagio: Zahl der Kunde z.B. mit VISA oder MasterCard, dann gibt es keine EC-Cash-Gebühr, sondern ein Disagio. Da Kreditkarten von privaten Firmen herausgegeben werden, sind die Kosten für den Händler hier um einiges höher und liegen zwischen 1,5-3% vom Umsatz.

Auch bei den variablen Kosten kann es noch weitere Gebühren geben. Wenn z.B. alle Zahlungen des Tages nicht jede einzeln aufs Konto überwiesen werden soll, sondern gebündelt (spart Arbeit und Geld), werden manchmal Extragebühren verlangt.

Konkretes Beispiel:

Jetzt mal Butter bei die Fische – Was kostet die Kartenzahlung denn pro Monat? Für einen Vergleich nehme ich die Preise des guten und günstigen Anbieters Bezahlexperten. Um ein paar Zahlen berechnen zu können, habe ich mir eine kleine Modeboutique als Beispiel ausgedacht.

Dort werden pro Monat 3.000 Euro per Karte bezahlt. Der Einfachheit halber nehmen wir nur EC-Zahlungen und der Durchschnittsbon liegt bei 60 Euro – es gibt also 50 Transaktionen. Dazu kommen 26 Kassenschnitte (an jedem Tag einer, außer sonntags).

Fixkosten:

  • Kartenlesegerät: Da das Kartenlesegerät immer neben der Kasse steht, kann es kabelgebunden sein. Die günstigste Variante kostet 6,99 Euro pro Monat.
  • Servicepauschale: 5,99 Euro pro Monat
  • Pauschale für zentrales Clearing: 0,99 Euro pro Monat

Variable Kosten

  • Transaktionen: 76 x 9 Cent = 6,84 Euro
  • EC-Cash-Gebühr: 3.000 Euro x 0,25% = 7,50 Euro

Insgesamt kostet Kartenzahlung für diese Modeboutique also nur 28,31 Euro pro Monat. Für einen, wie ich finde, sehr geringen Betrag kann man also seinen Kunden das ganz bequeme Bezahlen per Karte anbieten.

Was kostet Kartenzahlung für den Käufer?

Nichts. Bis Ende 2017 hätte der Händler sogar noch eine geringe Zusatzgebühr nehmen dürfen, wenn man per Karte bezahlen will. Aber seit 2018 dürfen diese Kosten nicht mehr an den Kunden weitergereicht werden.

Gut, im Endeffekt bezahlt man die Gebühren natürlich trotzdem, weil der Händler sie ja in den Verkaufspreis einrechnet. Aber dabei handelt es sich dann umgelegt auf alle Kunden nur um Cent-Beträge, die keine große Auswirkung auf den Preis z.B. des Kleidungsstücks in der Beispiel-Boutique haben.

Autor: Milan Klesper

1 Kommentare

  1. Auch wenn man die Gebühren für die Kartenzahlung nicht direkt auf den Kunden weiterverreichnen kann, sind die Kosten dafür per Durschnittsverfahren in die Preise der Produkte allgemein integriert. Wer das nicht so macht, der sollte das nachholen.

    Darüberhinaus ist es natürlich immer blöd, wenn man von Teile seines Umsatzes wegen Kartenzahlung verliert, aber es ist immer noch billiger als sich um die Verwahrung, Buchhaltung, Sicherung des ganzen Bargeldes zu kümmern. Diese Kosten sind viel höher, nur sieht man sie nicht so direkt.

    Kartenzahlung ist für jeden Händler von Vorteil.

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