So viel Geld zahlst Du für deine Bequemlichkeit (Faulheit)

Der Titel dieses Beitrages mag vielleicht etwas provokant klingen, allerdings habe ich diesen bewusst gewählt, um euch einmal zu zeigen, was uns unsere Bequemlichkeit über die Monate so kosten kann. Die Folgen der Bequemlichkeit machen sich dabei immer auf die gleiche Weise bemerkbar, nämlich in unserem Geldbeutel.

Kosten Bequemlichkeit

Mitunter ist uns dabei gar nicht bewusst, wie sehr sich die Bequemlichkeit in unserem Alltag einschleichen kann oder bereits getan hat. Keinesfalls geht es hierbei darum, einfach mal nichts zu tun und sich auszuruhen, sondern um diejenigen Dinge, welche man eigentlich selbst und ohne großen Aufwand erledigen könnte.

Natürlich wird unsere Bequemlichkeit durch die Unternehmen und den Dienstleistungssektor noch gefördert, die uns jegliche Aufgaben abnehmen möchten und wir uns entspannt zurücklegen können. Ich möchte euch einmal an einigen ganz praktischen Beispielen zeigen, wie sehr sich die eigene Bequemlichkeit auf eure Finanzen auswirken kann.

Die Zeitersparnis als einfachste Begründung

Bevor ich euch einige Beispiele nenne, möchte ich zuvor noch auf die Zeitersparnis eingehen, welche häufig als Ausreden genutzt, um die Bequemlichkeit zu rechtfertigen bzw. deren Ausgabe. Wirklich profitieren könnt ihr nur dann, wenn ihr durch die Zeitersparnis einen wirklichen Mehrwert erzielen könnt. Wer sich selbst in den nachfolgenden Beispielen wieder erkennt, kann sich einmal fragen, welcher wirkliche Mehrwert bisher erreicht wurde.

720 € bis 960 € im Jahr, wenn der Bäcker dir dein Frühstück schmiert

Wozu sich das Frühstück für die Arbeit selber schmieren, wenn es doch beim Bäcker oder der Tankstelle viel einfacher geht? Dort gibt es das belegte Brötchen und einen Kaffee für 3 bis 4 Euro. Da lohnt es sich doch gar nicht mehr, sich um 6 Uhr früh selber in die Küche zu stellen, oder?

Alleine diese scheinbare kleine Ausgabe summiert sich im Monat bei 20 Arbeitstagen bereits auf 60 € bis 80 € und im Jahr wiederum 720 € bis 960 €.

Was kostet es, sein Frühstück selber zu schmieren? Ein großes Brötchen kostet 25 Cent, dazu kommt eine Scheibe Wurst für 15 Cent, eine Käsescheibe für 20 Cent und ein Salatblatt für 5 Cent. Somit kämen wir auf 0,65 €. Der selbst gekochte Kaffee kostet 15 Cent, womit mir bei einem Gesamtpreis von 0,80 € wären.

Dies macht im Jahr eine Ersparnis von 528 € bis 768 €, wobei sich der zeitlichen Aufwand pro Tag nur auf 5 bis 10 Minuten belaufen würde.

Das Frühstück beim Bäcker dient mir dabei nur sinnbildlich dafür, wenn wir der Meinung sind, dass es sich bei weitem nicht mehr lohnen würde, unser Essen selber zuzubereiten und es doch besser wäre, gleich auf Bäcker, Imbiss und Lieferservice umzusteigen. Vielleicht ist es auch gleichzeitig ein Grund dafür, weshalb die Food-Branche in Deutschland so boomt und gerade die Filialen der großen Bäckereien-, Kaffee- und Fastfood-Ketten wie Pilze aus den Boden schießen.

Kosten Frühstück

Wie wäre es mit einem leckeren Frühstück? Auf Dauer kann es allerdings auch richtig teuer werden.

Versteht mich bitte nicht falsch. Lässt es sich aus zeitlichen Gründen bei mir mal nicht anders einrichten und ich habe einen Termin in einer anderen Stadt, dann kaufe auch ich mir einen Coffee to Go oder hole mir etwas zu Essen.

Vielmehr geht es mir darum, wenn das Ganze zur Gewohnheit wird und eigentlich die Möglichkeit besteht, sein Essen selber zuzubereiten.

192 € bis 600 € im Jahr, wenn Du jeden Meter mit dem Auto fährst

Eigentlich dürfte es alleine schon im Interesse der eigenen Gesundheit sein, nicht jeden Meter mit dem Auto zurückzulegen und des Öfteren zu Fuß zu laufen.

Solche kleinen Strecken machen sich bei meiner Tankanzeige doch gar nicht bemerkbar, wozu also auf das Auto verzichten? Vielleicht gibt es einige unter euch, welche genau mit dieser Frage argumentieren wollen, nicht auf ihren fahrbaren Untersatz zu verzichten. Doch gerade die kleinen Fahrten werden häufig unterschätzt.

Es ist meiner Meinung nach fraglich, ob man beispielsweise für eine Gesamtwegstrecke (Hin- und Rückweg) von 4 bis 5 Kilometern unbedingt immer das Auto benutzen muss. Vielleicht mag sich für leidenschaftliche Autofahrer diese Strecke bereits wie ein Marathon anhören, aber an solche Distanzen hat man sich schnell gewöhnt und selbst der zeitlichen Aufwand ist gar nicht so hoch.

Zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, ist nicht nur gesünder, sondern schont auch noch den Geldbeutel.

Wie sieht es mit den Kosten aus? Nun wäre es sehr einfach, nur den Kraftstoffverbrauch pro Kilometer auszurechnen und schon wäre alles erledigt. Verbraucht ein Auto beispielsweise auf 100 Kilometer 7 bis 8 Liter an Kraftstoff, dann würde der Verbrauch bei einem Kilometer bei einem Benzinpreis von 1,50 € pro Liter zwischen 11 Cent und 12 Cent liegen.

Es wäre allerdings ein Fehler, wenn wir einzig und allein nur den reinen Verbrauch als Referenz nehmen, denn die tatsächlichen Kosten (Kraftstoffverbrauch, Verschleiß, Reparaturen, Inspektion, Versicherung) liegen bei weitem höher.

Nicht umsonst rechnet alleine das Finanzamt bei der Kilometerpauschale bereits mit 30 Cent pro Kilometer, wobei heutzutage 40 bis 50 Cent realistischer sind.

Nun sieht die ganze Sache schon etwas anders aus.

Die tatsächlichen Kosten belaufen sich bei unserer Wegstrecke von 4 bis 5 Kilometer, also auf 1,60 € bis 2,50 €. Addieren wir diese Ausgabe auf 10 bis 20 Fahrten im Monat, so kommen wir bereits auf 16 € bis 50 € und rechnen wir das Ganze auf das Jahr, dann kommen wir 192 € bis 600 Euro im Jahr. Das Auto öfters mal stehen zu lassen, kann sich also lohnen.

Meine Artikelempfehlung: Geld sparen beim Auto

20 bis 30 % Mehrausgaben, wenn Du keine Angebote vergleichst

Ihr möchtet ein Produkt kaufen oder eine Dienstleistung in Anspruch nehmen und handelt dabei stets spontan, da ihr nicht zusätzlich Zeit für die Suche investieren möchtet, um euch einen genauen Preisüberblick zu verschaffen, so zahlt ihr mitunter unnötig drauf.

Sich darauf zu verlassen, dass man mit dieser Entscheidung den besten Preis erzielt hat, sollte man allerdings nicht, denn die Preisunterschiede können hoch sein. Wer sich aus reiner Bequemlichkeit keinen Überblick verschafft, zahlt mitunter 20 bis 30 % als eigentlich nötig.

50 € bis 100 € im Jahr, wenn Du die Gebrauchsanweisungen nicht liest

Eine Gebrauchsanweisung ist dazu da, um uns den richtigen Umgang mit dem erworbenen Produkt genau zu erklären. Die Hersteller gehen davon aus, dass deren gekaufte Produkte dementsprechend ordnungsgemäß angewendet werden. Ob die Gebrauchsanweisung dabei verständlich für den Kunden geschrieben ist, sei an dieser Stelle mal dahingestellt.

Wer sehr bequem ist und sich des Mühe des Durchlesens nicht machen möchte, handelt nach der Devise: Versuch und Irrtum.

Diese Vorgehensweise kann zu einer verkürzten Lebensdauer der Produkte führen und wiederum zu einem Defekt, wodurch wiederum ein Neukauf nötig ist und somit eine erneute Geldausgabe. Betroffen sind hierbei alle Geräte, welche ihr dabei selbst aktiv benutzt und somit unmittelbar Einfluss auf deren Nutzung habt. Durch die falsche Anwendung könnt ihr im Jahr mit 50 bis 100 Euro rechnen.

Zusammenfassung – So viel Geld zahlst Du für deine Bequemlichkeit (Faulheit)

Wie ihr anhand meiner Beispielen sehen konntet, kann die eigene Bequemlichkeit richtig Geld kosten. Mitunter können dabei im Jahr mehrere hundert bis tausend Euro zusammenkommen. Hierbei muss jeder natürlich für sich selbst entscheiden, ob diese Bequemlichkeit gerechtfertigt ist und somit auch die Geldausgabe.

1 Kommentare

  1. Grundsätzlich alles richtig, auch wenn ich finde, dass die Rechnungen ein bisschen geschönt sind, um die Ersparnis höher erscheinen zu lassen. Jedenfalls wüsste ich nicht, wo ich Brötchen für 25 Cents herbekommen sollte. Wir gehen doch davon aus, dass wir es beim Bäcker kaufen, so wie wir das fertig geschmierte Brötchen auch beim Bäcker kaufen würden, oder? Dann sind wir aber bei mindestens 40 Cents (südwestdeutsche Preise – vielleicht liegt da der Unterschied?) für ein Basisbrötchen in Grundausstattung (klein und mit nix :-)). Wurst für 15, Käse für 20 Cents? Na ja, ganz so dünn müsste man es ja nun auch nicht belegen. Aber selbst wenn ich mir das Brötchen mit Gesamtkosten von 1,20 selber schmiere, spare ich noch eine Menge. Das ist klar.

    Ebenso die Sache mit dem Auto: Benzinkosten muss man ansetzen, ebenso wie eine Pauschale für Wartung und Verschleiß. Aber die Steuer wird sowieso fällig, solange man das Auto nicht ganz abschafft. Die Versicherung wird durch weniger Fahrtstrecke pro Jahr nur ein bisschen billiger. Man kann also beides nicht zu 100% in die variablen Kosten einrechnen, die bei einer einzelnen Fahrt entstehen. Richtig ist aber: Jeder nicht gefahrene km spart Geld, wenn auch m. E. etwas weniger als von dir errechnet.

    Für mich selber stelle ich solche Rechnungen auch dauernd auf. Ich bin deswegen sogar einmal umgezogen: So nah an die Arbeit, dass ich zu Fuß gehen kann, statt wie früher mit dem Auto fahren zu müssen. (Für 8 km einfache Strecke mit dem Fahrrad durch den Berufsverkehr bin definitiv zu faul.)

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