Ist ein Festgeldkonto mit einer kurzen Laufzeit sinnvoll?

Ein Festgeldkonto ist eigentlich dafür gedacht, dass man als Anleger sein Geld für einen längeren Zeitraum sicher anlegen kann und im Gegenzug einen festen Zinssatz erhält. Bis zur Finanzkrise im Jahr 2008 war dies auch kein Problem. Da man sich selbst als konventioneller Anleger über eine Rendite von 3 bis 4 % freuen konnte. Heute sieht es hingegen etwas anders aus und die Zinsen liegen derzeit beispielsweise bei einer Laufzeit von 5 Jahren bei 0,50 bis 0,75 % *. Dies macht bei der möglichen Rendite, also einen deutlichen Unterschied als gegenüber vor 10 Jahren.

Festgeldkonto kurze Laufzeit

Da es ist es mehr als verständlich, dass man sich als Anleger schon so seine Gedanken darüber macht, ob eine längerfristige Bindung wirklich so sinnvoll ist. Es gibt zwar die Möglichkeiten von zahlreichen Alternativen, mit denen eine weitaus besser Rendite möglich ist. Allerdings ist mitunter auch das Risiko deutlich höher und gerade sehr konservativ eingestellte Anleger zögern hierbei womöglich.

Mit der Prämie der Banken die Zinsen erhöhen

Einige Banken zahlen Neukunden eine zusätzlichen Bonus aus, wenn diese dort ein Festgeldkonto eröffnen. So bin ich bei den Festgeldkonten bei WeltSparen fündig geworden, wo es einige Banken gibt, welche eine Prämie von 25 Euro auszahlen. Die Laufzeit beträgt dabei meistens nicht länger als 1 Jahr und so kommt man mit Hinzunahme dieser Prämie auf eine Rendite von 1 % oder mehr. Zudem kann man durch die kurze Laufzeit das nächste Festgeldkonto zu besseren Konditionen eröffnen, sollten die Zinsen steigen.

Mit einer kürzeren Laufzeit auf steigende Zinsen reagieren

Wie bereits gerade angesprochen, liegen die Zinsen für das Festgeld derzeit sehr niedrig. Ein wesentlicher Grund hierfür ist die Europäischen Zentralbank (EZB) und deren Niedrigzinspolitik. Diese muss allerdings nicht so bleiben und eine Anhebung des Leitzinses in den nächsten Jahren ist denkbar. Die Zentralbank der Vereinigten Staaten (FED) macht es bereits vor und hebt deren Leitzins regelmäßig an.

Warum steigen die Zinsen beim Festgeld, wenn die Zentralbank den Leitzins anhebt? Der Grund hierfür ist einfach erklärt.

Bei der Anhebung des Leitzinses wird es für die Banken teurer, sich das Geld selbst von der Zentralbank zu leihen. Irgendwann ist ein Punkt erreicht, wo es für die Banken günstiger ist, sich das Geld wieder von ihren Kunden zu leihen und damit diese es denen zur Verfügung stellen, werden die Zinsen für das Festgeld angehoben, sodass die Kunden dort ihr Geld anlegen.

Durch eine kürzere Laufzeit beim Festgeld ist es für uns Anleger möglich, schneller auf einen Anstieg der Zinsen zu reagieren und wiederum davon zu profitieren.

Eröffne ich heute ein Festgeldkonto mit einem Zinssatz von 0,75 % mit einer Laufzeit von 10 Jahren, dann wäre mein Geld für diese Zeit gebunden. Zahlen die Banken beispielsweise in 3 Jahren 1,5 % für die Eröffnung eines Festgeldkonto, dann kann ich selbst davon nicht profitieren, da ich nur die vereinbarten 0,75 % erhalte.

Es könnte zwar die Auflösung des Festgeldkontos in Betracht gezogen werden, allerdings sind mögliche Gebühren nicht auszuschließen, die höher als die bisher gezahlte Rendite sein können.

Zusammenfassung – Ist ein Festgeldkonto mit einer kurzen Laufzeit sinnvoll?

Durch die derzeit niedrigen Zinsen kann es sinnvoll sein, sich für eine kurze Laufzeit zu entscheiden, um langfristig die Chance zu haben, auf mögliche Zinsanstiege reagieren zu können. Auch wenn die mögliche Rendite beim Festgeld derzeit niedrig ist, so hat diese Geldanlage immer noch Vorteile.

*  Stand 14.08.2018

1 Kommentare

  1. Ich halte die Anlage in Festgeld momentan für völlig überflüssig. Im Gegensatz zu Tagesgeld reden wir hier in der Regel von einer Mehrrendite von 0,1 – 0,3%, zumindest wenn wir über sehr überschaubare Anlagezeiträume sprechen. Warum sollte ich mein Geld, sofern es denn risikoarm angelegt werden soll, einer Illiquidität unterwerfen, wenn mich die nahezu „Hochverfügbarkeit“ von Tagesgeld praktisch nichts mehr kostet. Und selbst beim Tagesgeld darf der Nutzen bezweifelt werden, da Geld auf dem Girokonto nochmals griffiger ist und auch zusätzlich vom Automaten abgeholt werden kann.
    Unter dem derzeitigen Zinslevel sollte die Bonität der Bank eine größere Rolle spielen als die letzten 0,x% Rendite. Hierfür bin ich vielleicht dann doch lieber bei der Sparkasse oder Volksbank, wo zumindest irgendwie noch die Bilanzen stimmen statt in irgendeiner osteuropäischen Bude.

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