Bargeld oder Karte, was ist besser?

Eine Frage, bei der es viele unterschiedliche Meinungen gibt. So gibt es eine Vielzahl von Leuten, welche so gut wie alle ihre Einkäufe mit der Karte bezahlen und wiederum viele Leute, die lieber auf Bargeld setzen. Beide Zahlungsmethoden haben sowohl ihre Vorteile als auch ihre Nachteile. Ich selbst bevorzuge immer noch das Bargeld, weil es Meinung nach, mir die meisten Vorteile bietet. Vielleicht bin ich hierbei etwas altmodisch, aber Geld immer noch in der eigenen Hand zu halten, finde ich immer noch am besten. Allerdings habe ich mir selbst so meine Gedanken gemacht, welche Zahlungsmethode besser ist.

Welches Zahlungsmethode ist schneller?

Theoretisch müsste das Bezahlen mit der Karte deutlich schneller sein, aber die Realität sieht häufig etwas anders aus und hierfür gibt es mehrere Gründe. Da wäre zum einen die Eingabe der PIN oder das Quittieren der Unterschrift des Kassenbons und der technische Aspekt zu nennen. Muss erst die Bonität des Kunden abgefragt werden oder der Kugelschreiber funktioniert nicht, so kann sich der Bezahlvorgang schon mal in die Länge ziehen.

Bargeld oder Karte

Dem entgegen steht natürlich die Situation, wenn ein Barzahler nach Kleingeld sucht, weil die Kassiererin oder Kassierer nett danach gefragt hat, dann dürfte so mancher Kartenzahler mit den Augen rollen.

Ich selbst habe mich lange mit dieser Thematik beschäftigt und habe auch in verschiedenen Geschäften in unterschiedlichen Städten die Zeit gemessen. So liegt die Dauer beim Bargeld bei ca. 20 bis 25 Sekunden und bei der Karte bei 20 bis 30 Sekunden, somit liegt die Dauer fast gleichauf.  Allerdings stelle ich immer wieder mit Erstaunen fest, wie Anfällig das Bezahlen mit der Karte immer noch ist und kommt es einmal zu einem technischen Problem, so kann der mögliche Zeitverlust für die Kartenzahler sehr hoch sein.

Wann zahle ich mit der Geldkarte?

Ich nutze eine Geldkarte nur beim Bezahlen von höheren Geldbeträgen, bei der Übernachtung in einem Hotel oder beim Mieten eines Mietwagens. Dort ist der Einsatz einer Karte auch für mich durchaus sinnvoll.

Müssen Kleinbeträge unbedingt mit der Karte bezahlt werden?

Inzwischen erlebe ich es leider immer öfters, dass es Leute gibt, welche selbst Kleinbeträge von unter 20 Euro mit der Karte bezahlen. Wenn diese in der Mehrheit wenigstens das kontaktlose Bezahlen mit der NFC (Near Field Communication) Technik nutzen würden, dann würde ich es auch verstehen. Einmal die Karte an den Terminal gehalten und die Ware ist binnen Sekunden bezahlt.

Leider wird es wohl noch eine ganze Weile dauern, bis diese Technik sich durchsetzt und so löst es auch bei mir immer wieder Kopfschütteln aus, wenn Kunden bei Beträgen von unter 10 Euro die Karte herausholen. Wobei ich es selbst sogar an einer Tankstelle erlebt habe, dass ein Kunde vor mir für 3 Schokoriegel mit der Karte zahlte.

Diese Tatsache hat allerdings auch schon der Handel erkannt und es gibt immer mehr Geschäfte, welche die Kartenzahlung erst ab einen Mindestbetrag von beispielsweise 10 Euro ermöglichen.

Auch wenn die Kartenzahlung dem Besitzer mitunter nichts kostet oder nur eine Jahresgebühr, so fallen indirekt doch Kosten, welche wir alle als Verbraucher zahlen. Warum? Für jede Transaktion pro Kunde zahlt das Geschäft eine Gebühr an den Beitreiber, welcher die Bezahlterminals bereitstellt.

Liegt diese beispielsweise bei 0,5 % und der Kunde kauft für 100 Euro ein, so müsste das Geschäft 50 Cent an den Betreiber zahlen. Einzeln betrachtet mag dies wenig sein, bei vielen Transaktionen am Tag summiert sich dieser Betrag sehr deutlich. Bei 5000 Kunden pro Tag würde sich somit die Gebühr pro Monat (24 Werktage) auf 60.000 Euro belaufen.

Dieser Kostenfaktor wird häufig vergessen, wenn Kartenzahler die Kosten für das Bargeld als Nachteil aufzählen.

Wer hat seine Finanzen besser unter Kontrolle?

Hier hat das Bargeld ganz klar einen deutlich Vorteile. Ich kann als Barzahler nur das Geld ausgeben, welches ich gerade bei mir tragen. Somit findet zugleich eine andere Wahrnehmung beim Bezahlen statt. Beim Bezahlen mit der Karte gibt es diese Grenze nicht und dadurch besteht eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, mehr Geld auszugeben als man eigentlich wollte. Als Alternative gäbe es hierfür noch die Prepaid Kreditkarte, dort kann nur das Geld ausgegeben werden, welches sich auf der Karte befindet.

Wie sieht die Zukunft des Bezahlens aus?

Es wird auch in Zukunft noch Bargeld geben. Mitunter wird das Bezahlen mit der Karte noch weiter zunehmen. Interessant wird sicherlich das kontaktlose Bezahlen mit dem Smartphone, wobei es hierbei von großen Vorteil sein könnte, wenn sich alle Unternehmen auf eine Technik einigen würden.

Zusammenfassung – Bargeld oder Geldkarte, was ist besser?

Beide Zahlungsmethoden haben sowohl ihre Vorteile als auch ihre Nachteile. Während ich mit dem Bargeld immer und überall bezahlen kann, ist das Bezahlen mit der Geldkarte gerade bei höheren Geldbeträgen deutlich sicherer. Ich selbst bevorzuge immer noch das Bargeld als Zahlungsmittel.

Welcher Meinung seid ihr? Bevorzugt ihr Bargeld beim Bezahlen oder doch lieber eine EC- oder Kreditkarte? Nutzt die Kommentarfunktion und teilt eure Erfahrungen.

12 Kommentare

  1. Moin Robert,
    ich zahle auch so oft es geht mit Bargeld. Viele Zahlungen können wir zum Teil ja nur noch digital erledigen, siehe Miete/Hypothek, GEZ, Strom, Mitgliedschaftsbeiträge, Krankenkasse … die Liste ist lang. Für mich hat Bargeld viele Vorteile, v.a. Anonymität, ständig verfügbar, Kleinbeiträge, überall akzeptiert, Ausgabenkontrolle. Und es sieht schön aus, fühlt sich gut an. Digitales Geld, Buchgeld, ist seelenlos, nicht greifbar, trackbar. Gläsern werden wir dadurch … wie ich hier mal meine Erfahrungen zusammengefasst habe, und etwas erschrocken bin.
    https://www.geldfrau.de/grundwissen/glaeserner-mensch-girokonto-ec-karte-bargeld/

    Frohe Grüße aus Hamburg – Dani

    • Robert Kühne

      Hallo Dani,

      vielen Dank für dein Kommentar und deine Erfahrungen. Wie Du auch sehr gut in deinem Artikel schreibst, ist das Bargeld wirklich das letzte Bollwerk einer gewissen Unabhängigkeit. Es ist wirklich erstaunlich, wie gläsern wir eigentlich schon sind.

      Viele Grüße
      Robert

  2. Christian Wimmer

    In der Praxis ist das bezahlen mit Karte etwas schneller und für den Handel günstiger. Natürlich gibt es immer Leute die mit dem Lesegerät nicht klar kommen oder es gibt technische Probleme. Aber ich glaube das hält sich die Waage mit den Leuten die dann ewigst das Kleingeld rauszählen.

    Ich liebe das kontaktlose bezahlen. Karten hinhalten, „piep“, fertig. Dauert keine 10 Sekunden. Ich zahle damit fast alles bargeldlos, einfach weil es für mich bequemer ist. Ich hasse Kleingeld. Auch habe ich so einen besseren Überblick meiner Ausgaben weil ich das dann auf dem Konto schön nachvollziehen kann.

    • Robert Kühne

      Hallo Christian, du gehörst zu den schnellen Kartenzahler, da du bereits das bargeldlose Bezahlen benutzt, dann ist das Bezahlen in der Tat deutlich schneller.
      Sicherlich hast Du alle deine Ausgaben auf dem Kontoauszug sofort im Überblick. Aber wie sieht es aus, wenn jemand nur ein oder zweimal im Monat sich einen Überblick seines
      Kontos verschafft?

      Viele Grüße
      Robert

  3. BornToRun

    Hallo,

    du widersprichst dir ein wenig selbst, bei der Frage, ob kleine Beträge mit Karte gezahlt werden müssen? Wenn du festgestellt hast, dass es zeitlich keinen Unterscheid macht (bei kleinen beträgen durch NFC-Einsatz zumindest theoretisch schneller geht mit Karte zu zahlen) und die Transaktionskosten prozentual abgerechnet werden, ist es für den Händler deutlich vorteilhafter Kleinbeträge unbar zu zahlen. Darüber hinaus ist Barzahlung nicht kostenlos für den Handel. Das Vorhalten von Bargeld, die Abwicklung, die Kosten für Security, Kassendifferenzen – das alles sind Kosten, die nicht unerheblich sind. Es ist tatsächlich so, dass die Kartentransaktionskosten in den letzten jahren kontinuierlich gesunken sind, so dass die Kartenzahler die Barzahler inzwischen subventionieren (und nicht umgekehrt).

    Darüber hinaus finde ich es immer seltsam, wenn Einzelhandelskunden von der Anonymität des Bargeldverkehrs schwärmen und gleichzeitig ihre Paybackkarte zücken…

    Für mich wäre der einzige Vorteil der konsequenten Barzahlung, dass man i. d. R. nichts kauft, was nicht durch durch den Inhalt des Geldbeutels gedeckt ist. Ich selbst bin konsequenter Kartenzahler und verwende meist auch die Kreditkarte. Dadurch habe ich alle Abrechnungspositionen im Detail in einer Monatsübersicht und kann nachvollziehen, wo das Geld geblieben ist, während ein abgehobener 50er oder 100er im Laufe der Zeit wegrieseln, ohne dass mir bewusst wird, wo es geblieben ist.

    • Robert Kühne

      Hallo BornToRun, ich schreibe ja nicht, dass das Bargeld kostenlos ist, aber das Bezahlen mittels Karte ist es ja auch nicht. Die NFC Technik bietet definitiv viele Vorteile und da die Gebühren sinken, wird diese sicherlich für die Händler attraktiver werden. Beim finanziellen Überblick bin ich etwas anderer Meinung.

      Viele Grüße
      Robert

  4. Hallo Robert,

    Ich bin zwar eher der Kartenzahler (aus Bequemlichkeit), weiß aber, dass das bar bezahlen auch den Vorteil hat, dass man dann tendenziell weniger ausgibt. Es gibt sogar Studien dazu, soweit ich weiß.
    Man kann direkt sehen, wie das Geld die eigene Hand verlässt, was es schmerzvoller macht, sich davon zu trennen.
    Wer also versucht ist, zu viel auszugeben, sollte es mal mit Bargeld probieren. Das ist auch einer meiner Tipps zum „achtsamen Ausgeben“, so wie ich das nenne: http://finanziellfit.de/achtsam-ausgeben-leitfaden/

    Viele Grüße,
    Carsten

  5. Wir zahlen in unserem Haushalt alles mit Karte. Mit NFC geht das in der Regel auch schnell. Es gibt gute Apps welche die Ausgaben aus dem Online Banking automatisch in frei wählbare Kategorien (z.B. Lebensmittel, Kleidung, etc.) sortieren. Für jede Kategorie lässt sich ein Budget festlegen. Anstatt in den Geldbeutel schauen wir regelmäßig in die Smartphone App. Diese zeigt genau wie viel vom Monatsbudget noch übrig ist und wohin das Geld geflossen ist. Das finden wir deutlich übersichtlicher als Bargeld von dem man nicht mehr weiß wo es geblieben ist. Unterm Strich alles eine Sache der Gewohnheit und wie man sich organisiert. Wenn jemand nur einmal im Monat Kontoauszüge holt und diese gar noch ungeprüft abheftet ist es für den Überblick sicherlich besser Bargeld zu nutzen.

    • Robert Kühne

      Hallo Moritz, in Verbindung mit einer App ist es sicherlich eine sehr praktische Sache und wenn diese sogar noch nach Kategorien sortiert, dann umso besser.

      Viele Grüße
      Robert

    • Hi Moritz,
      welche App nutzt ihr denn? Mir waren bisher alle zu mächtig. Freue mich über weitere Vorschläge 🙂
      Gruß Dani

      • Moritz

        Wir nutzen seit ca. 3 Jahren die App „finanzblick“. Anfänglich war etwas Einarbeitung notwendig aber es hat sich gelohnt. Online Banking und Haushaltsbuch (inkl. lfd. Barzahlungserfassung über ein widget) in einem. Mittlerweile werden sogar die für die Steuer relevanten Umsätze über eine Schnittstelle direkt an die richtige Stelle in der Steuererklärung eingefügt. Da es über eine Cloud läuft ist es von jedem Gerät aus nutzbar.

        Insgesamt erspart es uns in Sachen Finanzen eine Menge Zeit und vor allem schafft es durch die automatisierten Auswertungen eine maximale Transparenz.

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