Wie kann man Schulden vermeiden?

Schulden lassen sich sehr einfach vermeiden. Nimm einfach keine Schulden auf. Allerdings ist dies einfacher gesagt als getan. Ich möchte euch gerne in diesem Artikel zeigen, worauf man achten sollte, um Schulden zu vermeiden. Bei den angesprochenen Verbindlichkeiten handelt sich um Schulden, die man als Verbraucher aufnimmt.

Einen finanziellen Überblick verschaffen

Im Artikel ,,Einen finanziellen Überblick erstellen“ habe ich bereits darüber berichtet, welches Potential dieser hat und wie wichtig es ist, diesen Monat für Monat zu aktualisieren. Mit solch einem Überblick hat man genau Kenntnisse über seine Finanzen und dies ist sehr wichtig. Sollte hier offensichtlich werden, dass man derzeit mehr Geld ausgibt als man einnimmt, so kann man nach Lösungen suchen, die Ausgaben zu senken und die Einnahmen zu steigern. Der finanzielle Überblick ist die beste Möglichkeiten, um Schulden zu vermeiden.

Schulden vermeiden

Ein Konto für größere Ausgaben anlegen

Hierzu eignet sich ein Tagesgeldkonto besonders gut, um sich eine Geldreserve aufzubauen. Dieses Konto dient euch dazu, bei größeren Ausgaben nicht sofort eine Finanzierung aufnehmen zu müssen. Lege ich jeden Monat 50 Euro zurück, so befänden sich nach einem Jahr bereits 600 Euro auf dem Konto. Geht die Waschmaschine, der Kühlschrank, der Fernseher, der Herd oder PC kaputt, so kann man diese Anschaffungen sofort kaufen. Wie hoch sollte die monatliche Sparrate sein? Diese könnt ihr ganz einfach selber ausrechnen. Geht durch eure Wohnung und listet alle Geräte auf, die irgendwann einmal kaputt gehen können. Anschließend sucht ihr im Internet diese oder vergleichbare Produkte heraus und notiert euch diese Preise, diese werden anschließend addiert und durch 60 subtrahiert. Bei der Zahl 60 handelt es sich um die Anzahl der Monate also 5 Jahre. Das Ergebnis ist dann der Betrag, den ihr jeden Monat auf euer Ausgabenkonto einzahlen sollt. Liegt das Gesamtergebnis beispielsweise bei 3000 € in fünf Jahren, so beträgt die monatliche Sparrate 50 €.

Nicht über die eigenen finanziellen Verhältnisse leben

Auch hier macht sich ein monatlicher finanzieller Überblick sehr gut. Hier sehe ich, welches Geld ich im Monat ausgeben kann. Über die eigenen finanziellen Verhältnisse lebt man dann, wenn man sich mehr leistet als man derzeit aus eigener Kraft finanzieren kann. Was eigentlich ganz logisch ist. Wenn ich weiß, dass meine monatlichen Lebenshaltungskosten (Miete, Lebensmittel, Energie, Auto, usw.) bei 800 € liegen, so kann ich nicht 900 € im Monat ausgeben. Ich persönlich kann euch empfehlen, dass die Lebenshaltungskosten im Monat so gehalten werden, dass von dem monatlichen Einkommen immer noch ein paar Euro übrig bleiben und dieser Überschuss nicht ausgegeben wird.

Der Grund hierfür ist auch einfach erklärt. Verdiene ich im Monat 2500 € und ich benötige 2450 € zum Leben, so ist der finanzielle Spielraum sehr gering. Und dies bekommt man spätestens dann zu spüren, wenn die Lebenshaltungskosten plötzlich steigen. Wobei hier die Kosten gemeint sind, die sich ändern können. Kommt es zu einer Preiserhöhung oder einem Mehrverbrauch, so wäre in unserem Beispiel der finanzielle Spielraum von 50 € sehr schnell ausgeschöpft. Und dies ist der Punkt worauf ich hinaus will. Lebe ich derzeit so, dass ich kaum finanzielle Freiheiten habe, so lebe ich auch hier über meine Verhältnisse. Allerdings kann man diese Kosten beeinflussen.

Möglichst oft mit Bargeld bezahlen

Diese Thematik habe ich schon mehrmals hier im Blog angesprochen. So schön und praktisch die Kartenzahlung auch sein mag, so ist die Verlockung hier besonders, oftmals mehr Geld auszugeben als man eigentlich möchte. Das Geld ist immer verfügbar, ich muss nicht extra zum Geldautomaten laufen, um dort neues Geld zu holen, sondern, ich zucke nur die Karte. Allerdings hat dies den großen Nachteil, dass man mitunter deutlich großzügiger mit seinen Ausgaben umgeht, denn schließlich muss man nicht zu sehr aufs Geld achten. Nicht jeder Kartenzahler hat seinen Kontostand stets im Kopf, was in gewisser Weise verständlich ist. Denn, ist die Karte mehrmals am Tag im Einsatz, so merkt man sich nicht jede Ausgabe.

Hier ein kleines Beispiel:

Heute Morgen tankst du an der Tankstelle für 70,95 €, nach Feierabend kaufst du dir noch ein paar Schuhe für 39,99 €. Am Dienstag erledigst du deine Lebensmitteleinkäufe für 112,86 €. Am Mittwoch gehst du ins Restaurant und zahlst dort für dein Essen 25,40 €. Donnerstag geht es ins Kino und du bezahlst 42,20 €. Am Samstag ist Shopping angesagt und die Karte ist im Dauereinsatz (12,93 €, 31,50 €, 56,12 €, 43,72 €, usw.).

Weißt du jetzt noch ganz genau, wie viel Geld ausgegeben hast. Selbst wenn du die Kassenbelege nach dem Einkauf kontrollierst, so hast du dennoch nicht deinen aktuellen Kontostand im Kopf und ich gehe mal stark davon aus, das die wenigsten von euch jeden Tag sich Kontoauszüge holen oder ihr Konto via Onlinebanking kontrollieren. Und so kommt es einfach, dass man mehr Geld ausgibt als man eigentlich wollte oder sogar sein das Konto überzogen hat. Zahle ich mit Bargeld, so gebe ich nur das Geld aus, was ich derzeit im Portmonee habe. Des weiteren ist die Verlockung nicht zu groß, sich noch etwas nebenbei zu kaufen.

Ein sehr interessanter Artikel: Bargeld oder Karte?

Von Finanzierungen nicht verlocken lassen

Sicherlich mögen Finanzierungen im ersten Moment sehr attraktiv aussehen. Warum für den neuen Fernseher für 450 Euro die komplette Summe ausgeben, wenn man diesen auch für eine monatliche Rate von 15 Euro bekommt und diesen über 3 Jahren ganz bequem abbezahlt. Wer allerdings einmal genau nachrechnet, so wird offensichtlich, wie teuer diese Finanzierung ist. Der Fernseher hat dann tatsächlich nicht 450 Euro sondern 540 Euro gekostet, somit hat man 90 Euro mehr bezahlt. Gerade die niedrigen monatlichen Raten verlocken dazu, dass man noch wesentlich mehr Anschaffungen finanziert und mitunter auch noch in viel höheren Preiskategorien. So darf es nicht mehr ein Laptop für 600 Euro sein, sondern für 1200 Euro – schließlich kann man es sich ja durch die niedrigen Raten leisten. Was ist die Folge? Es kommen immer mehr Finanzierungen hinzu.

Bei größeren Ausgaben genügend Zeit nehmen

Es ist mehr als verständlich, wenn man bei größeren Ausgaben im Bereich von mehreren 1000-10.000 oder sogar 100.000 € einen Kredit in Anspruch nimmt. Bei diesen Ausgaben sollte man sich genügend Zeit nehmen, bevor überhaupt der erste Euro ausgegeben bzw. ein Kredit aufgenommen wird. Selbst wenn man beispielsweise für den Kauf eines Hauses 250.000 € von der Bank genehmigt bekommt, so muss dies nicht unbedingt bedeuten, dass man für diese Summe ein Haus kaufen muss bzw. sich nur Immobilien heraus sucht, die sich in dieser Preiskategorie befinden. Wer hier wohl überlegt an die ganze Sache heran geht, der kann sehr sehr viel Geld sparen bzw. hat weniger Verbindlichkeiten. Brauche ich wirklich ein Haus mit 180 m² Wohnfläche oder reichen nicht auch 130 m² Wohnfläche vollkommen aus. So macht es einen großen Unterschied ob ich für die erste Variante 250.000 € bezahlen oder nur 180.000 € für die zweite Variante. Was sich wiederum in der monatlichen Tilgungsrate und in der Laufzeit widerspiegelt.

Worauf möchte ich hinaus? Sicherlich ist die Freude besonders, wenn die Bank das Darlehen bzw. den Kredit bewilligt und man sich den lang ersehnten Wunsch endlich erfüllen kann. Man muss sich jedoch auch darüber bewusst sein, das man sich für eine sehr lange Zeit an die Bank bindet. Und so sollte man sich immer überlegen, ob man sich das Geld in dieser Höhe leihen möchte oder es nicht Möglichkeiten gibt, sich weniger Geld zu leihen und somit die finanziellen Verbindlichkeiten deutlich niedriger ausfallen.

Fazit: Schulden lassen sich von vornherein vermeiden. Wer von euch seine Finanzen stetig im Überblick hat, der kennt auch seine finanziellen Möglichkeiten und läuft somit nicht Gefahr, über längere Zeit Schulden aufzubauen. Bei Finanzierungen sollte man immer daran denken, dass man sich gewisse Art und Weise Schulden aufnimmt. Auch eine Ratenzahlung ist nichts weiteres als ein Kredit, den man Monat für Monat zurückzahlt.

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