Nicht jede Zeitersparnis spart Zeit

Wer möchte nicht gerne Zeit sparen, um diese anderweitig sinnvoll zu nutzen oder die freie Zeit einfach mal zu genießen. Möglichkeiten Zeit zu sparen gibt es mehr als genügend. An zwei praktischen Beispielen möchte ich euch gerne Zeigen, weshalb nicht jede Zeitersparnis wirklich Zeit einspart.

Keine Zeitersparnis

Mit dem Auto die verlorene Zeit wieder einholen

Sehr gut lässt sich dieses Phänomen beim Autofahren beobachten. Ich mache immer wieder die Beobachtung, wie eine Vielzahl von Autofahrern versucht auf der Straße möglichst viel Zeit herauszufahren und dies nicht nur auf der Autobahn sondern auch im Stadtverkehr. Obwohl eine Geschwindigkeit von 50 km/h vorgegeben ist, so gibt es den ein oder anderen Fahrer und auch Fahrerin die der Meinung sind, man müsse 60 km/h oder sogar noch schneller fahren. Wie sinnlos diese Denkweise ist, sehe ich besonders daran, wenn diese Leute das gleiche Ziel haben wie ich, so beispielsweise zur Fahrt in einen Markt zum Einkaufen.

Dort wo man eigentlich richtig viel Zeit einsparen könnte, verlieren solche Leute die meiste Zeit. Die 1 bis 2 Minuten die vorher durch eine unökonomische und manchmal auch rücksichtslose Fahrweise herausgeholt wurden, verpuffen in kürzester Zeit und weiterer Zeitverlust kommt natürlich noch hinzu. Während ich nach 10 Minuten mit meinen Einkaufen fertig war, kamen diese erst nach 20 bis 30 Minuten wieder heraus (für diese Analyse habe ich mir des Öfteren die Zeit extra dafür genommen). Kaum saßen diese Leute wieder im Auto, fängt das Spiel wieder neu an.

Worauf möchte ich hinaus? Durch eine falsche Überzeugung verliert man mehr Zeit als man gewonnen hat. Des Weiteren kommen noch erhöhte Kosten für die Fahrweise hinzu. Während ich vorausschauend Auto fahre, so geben die anderen Fahrer durch einen erhöhten Kraftstoffverbrauch und höheren Verschleiß mehr Geld aus. Spätestens wenn man bei der nächsten Hauptuntersuchung durchfällt, weil die Bremsen zu stark abgenutzt sind und das Auto einen Tag in der Werkstatt verbringen muss, so ist der Zeitverlust mehr als extrem. Es macht einen sehr großen Unterschied, ob Bremsbelege bereits nach 50.000 Kilometern gewechselt werden müssen oder erst nach 120.000 Kilometern.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich in diesem Text auch der ein oder andere von euch hier wiedererkennen wird, wenn ja, dann denkt einmal in aller Ruhe darüber nach.

Mit Lieferservice und Restaurantbesuchen Zeit sparen

Dies ist noch so ein Irrglaube. Im ersten Moment scheint die Zeitersparnis logisch zu sein. Wenn ich mir am Abend etwas zu Essen vom Lieferservice kommen lassen, so sparen mir die Zeit, um mir selber etwas zuzubereiten. Rechnet man allerdings dann mal etwas genauer nach, so wird diese Zeitersparnis sehr schnell sehr teuer. Wenn ich an 20 Arbeitstagen im Monat 5 Euro am Abend ausgeben, so kommen ich hier auf 100 Euro. Am Morgen kommt noch das Frühstück vom Bäcker für 3,90 Euro hinzu, was 78 Euro macht und zum Mittag gibt es noch etwas vom Schnellimbiss für 6,20 Euro, hier sind wir dann bei 124 Euro. Die Gesamtausgaben belaufen sich im Monat auf 302 Euro. Würde man sich selber versorgen, so belaufen sich diese Kosten auf höchstens 100 Euro. Auch die Zeit die man für die Selbstversorgung aufwenden muss ist wesentlich kürzer als viele vielleicht denken. Wer 20 Minuten auf den Pizzalieferdienst wartet, könntet während der gleichen Zeit eine Pizza mit etwas Übung auch selber herstellen und dies wesentlich günstiger.

Eine häufige Ausrede: In dieser Zeit könnte ich andere Dinge erledigen.

Sicherlich. Anstatt sich 20 Minuten vor den Herd zu stellen, könnte man auch andere Dinge erledigen. Leider unterscheidet sich die Theorie von der Praxis. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sehr viele Leute diese Zeit nicht sinnvoll nutzen werden. Sich entweder während dieser Zeit vor den Fernseher setzen oder diese auf Facebook, Twitter & Co verbringen. Rechnet man die Kosten in unserem Beispiel von 2400 Euro im Jahr nur für diese Bequemlichkeit hinzu, so wird sehr schnell offensichtlich, wie kostspielig diese ist.

Fazit: Diese zwei Beispiele zeigen sehr schön, wie die scheinbare Zeitersparnis sich im Nachhinein auch negativ auswirken kann. Denkt einmal ganz in Ruhe darüber nach und nutzt diesen Beitrag als Anregung.

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