Geld verleihen in der Familie

Auch wenn man das Geld an Person im eigenen Familienkreis verleiht, so sollte man auch hier einige wichtige Dinge unbedingt beachten. Sicherlich spielt es weniger eine Rolle, wenn man jemanden mit 10, 20, 30, 50 oder 100 Euro aushelfen tut, bei höheren Summe ist aber dann mehr Achtsamkeit geboten.

Geld verleihen in der Familie

Wie viel Geld verleihen?

Die geliehene Summe sollte nur so groß sein, dass du auf diese für längere Zeit auch verzichten kannst. Was nützt es, wenn du an allen Ecken und Kanten dein Geld zusammenkratzt und dann selbst über kaum finanzielle Reserven mehr verfügst.

Auf keinen Fall solltest du selbst einen Kredit bei einer Bank aufnehmen, Dies hat zum einen den großen Nachteil, dass du dich selbst zusätzlich belastest, weil du die Zinsen und die Raten abbezahlen musst. Des weiteren musst du auch immer damit rechnen, dass das geliehen Geld vom Familienmitglied mit Verzögerungen oder im schlimmsten Fall gar nicht zurückgezahlt wird.

Was passiert dann? Richtig. Du kommst plötzlich vielleicht selbst in Zahlungsschwierigkeiten.

Kann ich mich absichern?

Spätestens ab 1.000 Euro sollte man immer einen Vertrag abschließen. Hier werden alles Bedingungen und Konditionen schriftlich festgehalten, wie man es bei einer Bank auch machen würde. Dieser Vertrag bindet den Kreditnehmer an die Rückzahlung, zudem vermittelt dieser Vertrag immer auch eine gewisse Seriosität bzw. Ernsthaftigkeit.

Von mündlichen Verträgen ist immer abzuraten. So könnte das Familienmitglied plötzlich behaupten, man hat diesem doch das Geld geschenkt, das geliehene Geld soll doch erst in 20 Jahren zurückgezahlt werden, die Zinsen waren so nicht vereinbart oder er hat gar kein Geld von dir erhalten.

In dieser Situation möchte ich dann mal deinen Gesichtsausdruck sehen. Darum sollte man auch in der Familie nicht zu gutgläubig sein und immer einen Vertrag abschließen und diesen sogar noch durch eine dritte Person bestätigen lassen.

Vielleicht klingt dies für den ein oder anderen Leser etwas zu hart, aber sicher ist sicher. Wer sich davon selbst überzeugen möchte, der braucht hierzu nur in Internet zu gehen und bei Google & Co Begriffe: Bruder zahlt Geld nicht zurück, Schwester zahlt Geld nicht zurück und so weiter, einzugeben.

Wer sich die ganzen Erfahrungen sich durchliest, der wird sehr erstaunt sein, dass es selbst in der Familie immer wieder zu solchen Situationen kommt.

Für welchen Zweck dient das Geld?

Wenn du Geld verleihen möchtest, so hast du auch ein Recht zu wissen, für welchen Zweck das Geld verwendet werden soll. Denn nur so kannst du selbst entscheiden, ob die Verleihung wirklich Sinn macht oder nicht, der Grund sollte für dich selbst also plausible sein.

Wird das geliehene Geld nur dafür benötigt, dass derjenige sich davon einen schönen Einkaufsbummel gönnt, so sollte man hier sehr vorsichtig sein. Wird das Geld hingegen für eine sinnvolle Investition oder für eine finanzielle wirkliche Unterstützung benötigt, so sprechen diese Gründe für die Verleihung des Geldes. Diese Entscheidung musst aber ganz allein du treffen.

Bleibe realistisch und lasse dich nicht blenden

Gerade bei größeren Geldbeträgen darf man sich auch nicht von Personen in der Familie davon blenden lassen, dass das ganze eine sichere Angelegenheit ist. Auch der Kreditnehmer kann sich bei seinen Vorhaben verkalkulieren und schnelle als man glaubt, ist dann auch das geliehene Geld sehr schnell weg und es kann nur mit Mühe über einen sehr langen Zeitraum zurückgezahlt werden.

Die Person soll dir also ganz genau einen Plan erläutern, wofür das geliehene Geld verwendet werden soll.

Mit den Zinsen es nicht übertreiben

Anders als bei einer Bank bietet ein Familien-Darlehen den großen Vorteil, dass du als Verleiher die Ratenzahlung und Zinsen nach deinen Vorstellung selbst gestalten kann. Nun soll aber dieses Darlehen als Unterstützung für ein anderes Familienmitglied dienen, hohen Zinsen sind daher nicht sehr angebracht, natürlich kannst du auch gar keine Zinsen verlangen, dies bleibt voll und ganz dir selbst überlassen.

Es ist auch besser, die Ratenzahlung nicht zu hoch anzusetzen, so steht auch der Kreditnehmer nicht so sehr unter Druck, auch wenn dieser dir vielleicht verspricht, in kürzester Zeit dir das Geld zurückzuzahlen.

Fazit: Gerade bei größeren Summen sollte man sich immer ganz genau überlegen, ob man hier wirklich sein Geld verleiht. Im besten Fall findet man gemeinsam auch nach einer anderen Lösung. Ein abgeschlossener Kredit-Vertrag ist auch innerhalb der Familie unverzichtbar und beide Seiten profitieren so davon.

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