Geld leihen und verleihen in der Familie

Sollte man Geld in der Familie verleihen oder lieber doch nicht? Bei kleineren Geldsummen bis 50 oder 100 Euro greift sicherlich jeder gerne mal dem anderen unter die Arme, aber sicherlich spielt die Art der Verwandtschaft eine wesentliche Rolle. So werden die meisten mir wohl sicherlich zustimmen, dass man Eltern oder Geschwistern schneller Geld leiht und mehr vertrauen hat, als wenn beispielsweise der Cousin nach Geld fragt.

Geld leihen in der Familie

Die Vorteile des Darlehens

Das Geld ist in der Regel sehr schnell verfügbar und bedarf keiner größeren Wartezeit von mehreren Tage bis Wochen, wie es beispielsweise bei einer Bank der Fall ist. Dies rührt aber auch daher, dass der Kreditgeber in der Familie wohl kaum einen Schufa-Auskunft oder generell die Bonität im Vorfeld prüft.

Die niedrigen Zinsen sind natürlich auch noch ein weiterer großer Vorteil, ist das Familienmitglied (Verleiher) auch noch sehr großzügig, so verlangt es gar keine Zinsen, lediglich die geliehene Summe muss zurückgezahlt werden.

Auch der Familienbonus sollte nicht unterschätzt werden. Kommt das Familienmitglied (Kreditnehmer) mal in Zahlungsschwierigkeiten, so kann der Verleiher hier ein Auge bei der Rückzahlung zudrücken und wartet so lange, bis derjenige wieder zahlen kann.

Die Nachteile solch eines Darlehens

Auch die Nachteile sollte man keinesfalls unterschätzen. Während es bei kleineren Summe bis 100 Euro wohl kaum zu größeren Problemen kommt, so sieht dies bei größeren Summen schon deutlich anders aus.

Kommt der Kreditnehmer hier für längere Zeit in Zahlungsschwierigkeiten oder er nimmt die Rückzahlung des Darlehens auf die leichte Schulter und zahlt dann wann er möchte, so wird das Vertrauen auch in der Familie auf eine sehr harte Probe gestellt und solch eine Situation kann drastische Konsequenzen haben.

Ein schriftlicher Vertrag bei größeren Summen

Diesen Punkt hatte ich ähnlicher Form bereits im Artikel Geld an Freunde verleihen erwähnt, so sollte man bei größeren Summen immer einen schriftlichen Vertrag aufsetzen, auch wenn es in diesem die eigene Familie ist.

Sicherlich ist das Vertrauen in der eigenen Familie sehr groß und die Wahrscheinlichkeit ist in der Regel auch sehr groß, dass die geliehene Summe auch zurückgezahlt wird. Jedoch ist ab einer geliehene Summe von 1.000 Euro ein schriftlicher Vertrag sehr sinnvoll.

In diesem Vertrag werden alle wichtigen Daten wie der Geldbetrag, der Kreditnehmer und Kreditgeber, die Bedingungen sowie Konditionen festgehalten. Im besten Fall wird der Vertrag durch eine dritte Person noch beglaubigt.

Dies mag zwar für den ein oder anderen von euch etwas hart klingen, gerade weil es Personen in der eigenen Familie sind, aber durch solche Familien-Darlehen sind schon manche Mitglieder im Streit auseinander gegangen.

Solch ein Vertrag ist für beide Parteien eine Absicherung.

Für welchen Zweck ist das Geld gedacht?

Hier lohnt es sich als Kreditgeber immer etwas genauer nachzufragen, denn schließlich möchte man ja gerne wissen, für welchen Zweck das geliehene Geld eingesetzt wird. Anders als bei einem Bankangestellte ist man unter Familienmitgliedern oftmals sehr offener miteinander. Mitunter findet man gemeinsam eine bessere Lösung, als sich gleich eine Geldsumme zu leihen.

Das Nachfragen macht gerade bei höheren Geldbeträgen sehr viel Sinn, denn schließlich soll das Geld auch wieder zurückgezahlt werden.

Dient das Darlehen einer Unterstützung oder dem Konsum

Auch hier sollte man immer differenzieren und Abwegen, ob das Geldverleihen überhaupt sinnvoll ist. Sinnvoll ist es sicherlich, wenn man das Familienmitglied unterstützen kann. Soll die geliehene Summe rein dem Konsum dienen, so ist hier Achtsamkeit geboten.

Möchte jemand in der Familie sich eine eigene Existenz aufbauen oder ist in eine finanzielle Schieflage geraten, so sind dies plausible Gründe. Soll das geliehen Geld hingegen nur dazu dienen, dass sich das Familienmitglied sich beispielsweise einen neuen großen Fernseher kaufen möchte und das alte Gerät funktioniert noch, so spricht dies nicht gerade für ein Darlehen.

Ein schlüssiges Konzept darf nicht fehlen

Am besten ist es auch, wenn man gemeinsam einen Plan ausarbeitet, nachfolgend aus diesem Gespräch kann dann auch ein Vertrag aufgesetzt werden. Einfach zu sagen, ich bezahle dir das Geld schon zurück, dies ist nicht sehr aufschlussreich für den Verleiher und zudem nicht gerade eine Absicherung. Hier sollte klar und deutlich erläutert werden, wie das Geld zurückgezahlt werden soll.

Die Gefahr hinter solch einem Darlehen

Die Gefahr dahinter ist wirklich, dass an solch einer gut gemeinten finanziellen Unterstützung bei Zahlungsschwierigkeiten ein Streit entsteht und im schlimmsten Fall sich die Familie spaltet. Auch wenn die Vorteile noch so verlocken sind, so kann es sich hierbei dennoch lohnen, eine andere Alternative für ein Darlehen zu suchen.

Fazit: Das Thema Geld leihen und verleihen in der Familie ist immer so eine Sache. Sicherlich ist das Vertrauen sehr groß und die meisten die schon einmal Geld verliehen oder geliehen hatten, werden sicherlich auch keine großen Probleme damit gehabt haben. Aber es gibt auch immer wieder Fälle, wo der reibungslose Ablauf nicht so einfach von statten geht. Deshalb im bei höheren Summen immer ein Vertrag in den alle Bedingungen geregelt sind sehr zu empfehlen.

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