Geld anlegen mit einem Robo-Advisor, lohnt sich das?

Ein Robo-Advisor, was ist das denn? Handelt es sich wieder um so einen Begriff aus der Finanzwelt, welchen wir uns ab jetzt merken müssen? So oder so ähnliche dürfte derzeit die Reaktion ausfallen, wenn man die Leute auf der Straße nach dieser Bezeichnung fragt, allerdings dürfte das Prinzip dahinter im Nachhinein für viele Leute sehr interessant sein.

Was ist ein Robo-Advisor ?

Einfach ausgedrückt. Es handelt sich hierbei um eine digitale Vermögensverwaltung oder Beratung, die uns als Anleger bei der Auswahl passender Anlagen unterstützen können oder gleich die komplette Arbeit für uns übernehmen.

Welche Anbieter gibt es?

Das Angebot der Robo-Advisor wächst stetig und immer neue Anbieter kommen auf den Markt, somit bekommt als Anleger eine große Auswahl geboten. Ich selbst habe bereits gute Erfahrungen mit vaamo * gemacht, wo man als Anleger bereits ab 10 Euro im Monat investieren kann. Es gibt aber auch Anbieter wie Scalable Capital *, wo eine Mindestanlage von 10.000 Euro verlangt wird und sich an Anleger richtet, die bereit sind, eine größere Summe für längere Zeit anzulegen.

Wie funktioniert ein Robo-Advisor genau?

Am Anfang muss der Robo-Advisor wissen, welche Ziele ihr als Anleger genau verfolgt. Genau wie bei einer persönlichen Beratung bei eurer Bank auch, stellt euch der Anbieter einige allgemeine Fragen zu eurem Finanzwissen, der Anlagendauer, eurer Risikobereitschaft oder der Rendite. Mit diesem Wissen erstellt der Robo-Advisor ein Anlegerprofil von euch und ermittelt durch einen Algorithmus eine passende Auswahl an Finanzprodukten, mit denen euer Anlagenziel erreicht werden kann.

Geld anlegen Robo Advisor

Zuvor ist es sehr wichtig zu wissen, wie weit euch der Anbieter die Arbeit abnehmen soll. Es gibt drei unterschiedliche Arten von Robo-Advisor, welche sich nach den Anforderungen der Kunden richten.

So gibt es die Full Service Advisor wie vaamo oder scalable.capital, welche euch die komplette Verwaltung abnehmen können. Dort wählt ihr eure Anlagestrategie aus, tätigt eine Einmalzahlung oder wählt einen monatlichen Sparplan und der Anbieter kümmert sich dann um euer Portfolio bzw. das Depot.

Des Weiteren gibt es die Half Service Advisor. Diese Anbieter stellen euch mögliche Finanzprodukte vor, mit denen euer Anlageziel erreicht werden kann, allerdings kommen diese erst in euer Portfolio, wenn ihr eure Zustimmung gebt. Es gibt auch noch die Self Service Advisor, die euch nur Vorschläge machen. Hierbei müsst ihr selbst ein Depot eröffnen und die Finanzprodukte selbst erwerben.

Wo wird das Geld investiert?

Hierbei kommt es darauf an, welche Anlageziele ihr verfolgt und wie groß eure Risikobereitschaft ist. Verfolgt ihr eine sehr konservative Strategie, dann wird ein Großteil eures Portfolios aus Finanzprodukten bestehen, welche diese Eigenschaften erfüllen.

Viele Anbieter setzen dabei auf ETF’s (Exchange Traded Funds). Was ist ein ETF? Es handelt sich hierbei um einen börsennotierten Indexfonds. Hierbei spiegelt der Fonds den kompletten Index wie beispielsweise dem DAX wieder.

Anstatt sein Geld also nur in einige wenige DAX-Unternehmen zu investieren wie bei Aktien und darauf zu spekulieren, dass deren Werte steigen, setzt man bei einem ETF auf die gesamte Performance aller DAX Unternehmen.

Solche ETF’s sind gegenüber herkömmlichen Fonds deutlich nachvollziehbarer für den Anleger, da man weiß, wo das Geld investiert wird. Des Weiteren sind diese auch kostengünstiger, weshalb viele Robo-Advisor auf diese Möglichkeit setzen.

Es gibt inzwischen auch spezialisierte Anbieter, welche sich auf ganz bestimmte Anlagen wie beispielsweise Aktien konzentrieren und Strategie verfolgen, mit denen zweistellige Renditen denkbar sind und sich an sehr spekulative Anleger richten.

Was kosten Robo-Advisor?

Hierbei kommt es darauf an, für welchen Anbieter ihr euch entscheidet. Handelt es sich dabei um einen Robo-Advisor, welcher euch die komplette Verwaltung abnimmt, so verlangen diese in der Regel eine Jahresgebühr von 0,5 bis 1,3 % eures Anlagevolumens. Dazu können noch einmal interne Fondskosten von 0,2 bis zu 0,5 % dazukommen.

Liegt euer Anlagevolumen beispielsweise bei 5.000 Euro und die Gesamtkosten (Jahresgebühr und interne Fondskosten) belaufen sich auf 1 %, dann würde der Robo-Advisor euch 50 Euro im Jahr kosten.

Die geringen Gebühren sind ein deutlicher Vorteil gegenüber Fonds (Immobilienfonds, Aktienfonds, Rentenfonds, usw.), welche durch eine Fondsgesellschaft aktiv verwaltet werden, wie man diese von vielen Banken angeboten bekommt.

Neben der jährlichen Verwaltungsgebühr, können dort im ersten Jahr noch ein Ausgabenaufschlag verlangt werden und bei einer guten Entwicklung des Fonds, gibt es mitunter auch noch eine Performance-Gebühr. Diese Gebühren sollten auf keinen Fall unterschätzt werden, da diese eure spätere Rendite deutlich reduzieren können.

Wann können sich Robo-Advisor lohnen?

Meiner Meinung nach und aus meinen Erfahrungen heraus kann ich sagen, dass besonders die Robo-Advisor interessant sind, welche einen kompletten Service der Vermögensverwaltung anbieten, wenn man als Anleger nicht die nötige Zeit hat, sich ausführlich mit dem Thema Geldanlagen zu befassen oder sich auch nicht intensiver damit beschäftigen möchte. Der Anbieter übernimmt für euch die gesamte Arbeit und ihr verfolgt lediglich die Entwicklung eures Portfolios.

Wer sich hingegen für Geldanlagen begeistern kann und auch die nötige Zeit investiert möchte, der benötigt einen Robo-Advisor nicht unbedingt. Wer sich beispielsweise mit den ETF’s beschäftigt und passende Indexfonds für sich findet, der kann einfach ein eigenes Depot eröffnen und diese Fonds selbst erwerben, dadurch spart man sich die Gebühren.

Hierbei müsst ihr selbst abschätzen, wie viel Zeit ihr in euren eigenen Vermögensaufbau investieren wollt.

Gibt es auch Nachteile bei einem Robo-Advisor?

Mögliche Marktschwankungen müssen auch bei diesem Finanzprodukt immer berücksichtigt werden. Diese Schwankungen wie beispielsweise die Finanzkrise 2008 können die Rendite mindern, daher ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, bei solchen Anlagen langfristig zu denken und das Geld über einen längeren Zeitraum anzulegen.

Des Weiteren gibt es die Robo-Advisor noch nicht sehr lange und es kommen immer neue Anbieter auf den Markt. Es wird sich hierbei erst mit der Zeit zeigen, welche Anbieter auf dem Markt bestand haben werden.

Mitunter ist es auch denkbar, dass der ein oder andere Anbieter wieder von der Marktfläche verschwinden wird.

Was würde in solch einem Fall mit dem eigenen Depot passieren? Eine berechtigte Frage. In den meisten Fällen ist es so, dass der Robo-Advisor selbst die Finanzprodukte nur vermittelt oder diese für den Kunden kauft. Das Depot und die Finanzprodukte selbst befinden sich bei einer Partnerbank.

Sehr gut ist es, wenn der Anbieter und die Bank aus Deutschland kommt, dann gilt die deutsche Einlagensicherung von bis zu 100.000 Euro, mitunter beteiligt sich die Bank zudem noch am Einlagensicherungsfonds.

Zusammenfassung – Geld anlegen mit einem Robo-Advisor, lohnt sich das?

Robo-Advisor können eine nützliche Unterstützung sein. Sehr interessant sind inbesondere die Anbieter, welche die komplette Verwaltung übernehmen, wenn man sich selbst nicht intensiver mit dem Thema Geldanlagen beschäftigen möchte. Es wird sehr spannend zu beobachten, wie die Robo-Advisor sich in den nächsten Jahren entwickeln werden.

Hinweis: *hierbei handelt es sich um einen Affiliate-Link.

2 Kommentare

  1. Hallo Robert,

    Sie interessanter Artikel über die Robo-Advisors, den du geschrieben hast.

    Hast du schon mal von Robin gehört? Falls nicht, dann schau dir mal den Artikel „Robo-Advisors auf dem Vormarsch“ auf meinem Finanzblog „Value Investing Chronicle“ an.

    Weiterhin viel Erfolg und viel Spaß beim Finanzblogging.

    Gruß,
    Alexander

    • Robert Kühne

      Hallo Alexander,

      vielen Dank für dein Kommentar und deinen Artikel. Es ist wirklich interessant, wie schnell das verwaltete Vermögen im Jahr 2017 von 1,2 Milliarden Euro durch Robo-Advisor in diesem Jahr bereits bei 5 Milliarden stehen könnte. Der Robo-Advisor Robin von der Deutsche Bank war mir noch nicht bekannt.

      Viele Grüße
      Robert

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